Wer an Online-Videos denkt, der denkt auch automatisch an YouTube – denn Googles Videoplattform dominiert nach wie vor den Markt und ist erste Anlaufstelle bei der Suche nach Video-Inhalten. Doch schon bald könnte sich die Plattform wandeln und sich auch in Richtung Social Network entwickeln. Das will zumindest eine anonyme Quelle herausgefunden haben, die an der Entwicklung der neuen Backstage-Plattform beteiligt sein soll.

YouTube-Videos sind nicht nur auf der eigenen Plattform vertreten, sondern sind auch millionenfach in den Social Network-Streams der Nutzer eingebunden und werden in diesen abgespielt. Doch YouTube scheint sich in der reinen Rolle des Video-Hosters nicht mehr ganz zu gefallen, denn jetzt möchte man auch diesen Bereich in die Hand nehmen und selbst ein Social Network zum eigenen Angebot bauen.
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Wie Venture Beat berichtet, arbeitet YouTube an einer neuen Plattform mit der Bezeichnung Backstage, auf der nicht mehr nur das Veröffentlichen von Videos möglich sein soll. Stattdessen können Nutzer auch Postings verfassen, Umfragen starten und sogar Fotos posten. Diese wiederum sollen von anderen Nutzern kommentiert werden können und zwar ebenfalls in Form von Text oder auch mit Bildern und Videos. In Verbindung mit dem Abo des Nutzers ist damit praktisch ein Social Network geschaffen, in dessen Stream sich nun nicht mehr nur Videos befinden.

Mit einer solchen Plattform oder Funktion, zur Zeit ist noch nicht bekannt, ob es in die YouTube-Oberfläche integriert oder eine Stand-Alone-App wird, gibt man den YouTubern noch mehr Möglichkeiten, um mit ihren Fans in Kontakt zu bleiben und diese weiter an sich zu binden. Bisher haben viele YouTuber dazu auf ihre Accounts bei Facebook, Instagram oder Twitter verlinkt. Das werden sie wohl auch weiterhin tun, aber auf ihrer Haupt-Plattform könnten sie ihre Anhänger vielleicht noch besser erreichen – und genau das könnte YouTubes Netzwerk auch zum Erfolg verhelfen – wenn man es denn richtig angeht.

Erst vor wenigen Monaten hat YouTube einen neuen Messenger gestartet, der allerdings nur in der mobilen App verfügbar ist. Die neue Social Network-Plattform hingegen soll auch auf dem Desktop zur Verfügung stehen, wird also nicht nur in Form einer zusätzlichen App erscheinen. Wann diese Funktion, die YouTube zu einer völlig anderen Plattform machen könnte, an den Start gehen soll ist zur Zeit noch nicht bekant. Ausgesuchte Partner sollen die neuen Möglichkeiten eventuell schon in diesem Herbst bekommen.

YouTube wird zu diesem Schritt praktisch gezwungen, da Social Networks wie Facebook stark in den Videomarkt drängen und YouTube langfristig als Plattform ablösen könnten. Facebook feiert große Erfolge und hat YouTube längst abgelöst und ist innerhalb des eigenen Netzwerks der größte Videohoster. YouTube wird dem nun damit entgegen wirken, in dem man sich einen eigenen Stream aufbaut und die Community wieder auf die eigene Plattform holt.