In den letzten Monaten hat Google intern eine ganze Reihe von neuen Produkten im Bereich Messaging und Sharing – den beiden gro√üen Sorgenkinder des Unternehmens – ausprobiert. K√ľrzlich¬†hat man nun relativ √ľberraschend eine neue Plattform gestartet, die beide Bereiche zusammenf√ľhrt und in keine der √ľblichen Schubladen gepackt werden kann: Spaces nimmt beliebige Inhalte auf und teilt diese mit beliebigen Personen, die wiederum damit interagieren k√∂nnen.

Schon Anfang April ist die Spaces-App erstmals aufgetaucht und hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Ob es sich dabei um einen Messenger oder um ein weiteres Social Network handelt war damals nicht ganz klar und ist es eigentlich auch jetzt noch nicht. Jetzt wurde die Plattform offiziell gestartet und sieht bis auf kleine Details genauso aus wie auf den bereits bekannten Screenshots.

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Mit Spaces m√∂chte man ein Problem l√∂sen, das sehr viele Benutzer haben d√ľrften: Das Teilen von Inhalten aller Art mit einer Gruppe von Personen zu einem bestimmtem Thema. Alles spielt sich in einzelnen ‚ÄěSpaces‚Äú ab, von denen jeder Nutzer beliebig viele erstellen kann. Ein Space stellt dabei praktisch den Titel und das Thema aller Inhalte dar, die in diesem geteilt werden. F√ľr jeden Space kann individuell festgelegt werden, wer die Inhalte sehen und mit diesen interagieren kann.

Der Space-Stream erinnert etwas an Google+, ist aber in Wirklichkeit sehr viel mehr. Im Stream k√∂nnen Links, Texte, Fotos oder auch YouTube-Videos gespeichert und dann von allen berechtigten Nutzern gesehen werden. Gibt es in einem Space neue Inhalte, wird jeder Nutzer dar√ľber informiert, ganz so wie in einem Gruppenchat eines Messengers. Zu einem Space kann jeder beliebige Nutzer per Mail, Chat oder einem direkten Link eingeladen werden.

In der dazugeh√∂rigen Android-App sind auch gleich noch eine Reihe von Google-Apps integriert: Es kann eine Websuche ausgef√ľhrt und die Links darin gespeichert werden, es kann eine Bildersuche gestartet, YouTube durchsucht oder auch ein Bild aus Photos ausgew√§hlt werden. So l√§sst sich ein Space sehr schnell mit neuen Inhalten f√ľllen, welche¬†dann allen Nutzern zug√§nglich gemacht werden.

Im Laufe der Woche m√∂chte Google laut der Ank√ľndigung Space noch etwas genauer vorstellen und die M√∂glichkeiten der neuen Plattform zeigen, insbesondere auf der anstehenden Google I/O. Gerade f√ľr solche Veranstaltungen kann die App nat√ľrlich sehr praktisch sein, aber auch zum Organisieren von Events mit mehreren Personen oder einfach nur Interessengemeinschaften. Ob Spaces nun eher ein Messenger oder ein Social Network ist, bleibt jedem selbst √ľberlassen.

Entfernt erinnert die neue Plattform¬†auch an den damaligen ‚ÄěMega-Flop‚Äú Google Wave, das dem heutigen Spaces gar nicht so un√§hnlich war,¬†seiner Zeit allerdings¬†weit voraus gewesen ist. Ob es beim zweiten Anlauf besser funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Die App steht sowohl f√ľr Android als auch f√ľr iOS und als Web-App und Chrome-Extension zur Verf√ľgung.