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Google testet mobile Websuche ohne Anzeige von Adressen

Nach einer langen Phase unzähliger Tests hat Google vor wenigen Wochen ein neues Design für die mobile Websuche ausgerollt, das eine ganze Reihe von Änderungen mit sich gebracht hat und unter anderem auch die mysteriösen vier bunten Punkte in die Oberfläche eingeführt hat. Jetzt ist wieder ein neuer Test aufgetaucht, bei dem plötzlich alle URLs verschwunden sind.

Googles Designer sind bekanntlich weder entscheidungsfreudig noch können sie sich lange mit einem bereits geschaffenen Design anfreunden. Immer wieder gibt es kleine Veränderungen und Tests, die manchmal auch sehr merkwürdig anmuten und wohl eher ein schlechter Scherz als ernsthafter Test sein sollen – so wie etwa die schwarz-weißen Suchergebnisse. Auch der neue Test fällt nun hoffentlich in diese Kategorie.

Jetzt sind Screenshots eines neuen Design-Tests der mobilen Websuche aufgetaucht, die auf den ersten Blick sehr aufgeräumt aussieht. Dabei handelt es sich um das „alte“ Design ohne bunte Punkte und abgerundete Karten, das eigentlich einen guten Eindruck macht. Doch auf den zweiten Blick fällt dann auf, warum das ganze so aufgeräumt aussieht – denn es wurde ein wichtiges Element entfernt. Die URL zur Webseite hinter dem Ergebnis fehlt völlig.

Der Nutzer hat also keine Chance mehr zu erfahren, auf welche Webseite er eigentlich verwiesen wird. Zwar findet sich der Name der Webseite meist im Titel, aber eben nicht immer – und auch der Titel ist natürlich längst nicht so aussagekräftig wie die URL. Und da mobile Browser über keine Statusleiste verfügen, die vielleicht noch das Klickziel verraten könnten, ist man völlig chancenlos und muss die Webseite erst einmal öffnen um zu erfahren, was dahinter steckt.

Googles Kampf gegen die URLs geht damit weiter, denn schon jetzt zeigt man oftmals nicht die vollständige URL sondern die Struktur einer Webseite an – auf der aber immer noch die Domain oder bei einem großen Portal (wie Wikipedia oder Facebook) die Bezeichnung zu finden ist.

Schon mit der letzten großen Änderung sind die URLs nach oben gerückt und finden sich nun ÜBER statt UNTER dem Titel und sind so trotz der höhere Platzierung etwas weiter aus dem Fokus gerückt. Offenbar möchte man nun testen, ob die Nutzer die URLs überhaupt noch brauchen um sich für einen Klick zu entscheiden, oder ob es völlig unerheblich ist, wo man eigentlich landet.

Vor kurzem gab es auch einen Test für mobile Websuche-Nutzer, bei dem die URLs mit Favicons versehen wurden, um so ebenfalls schnell zu wissen, wohin man eigentlich klickt. Das Favicon verrät zwar nichts über die URL, aber da die Icons von vielen großen Webseiten längst in die Köpfe der Nutzer eingebrannt sind, könnte das als Hilfe zur Orientierung ausreichen.

Auch wenn die URLs so schnell wohl nicht verschwinden werden, ist es für mich ein eindeutiges Zeichen, dass die Websuche vor großen Veränderungen steht. Es ist für uns traditionell selbstverständlich dass die URL in einer Suchmaschine angezeigt wird, aber auf vielen anderen Portalen wird sie das schließlich auch nicht. Die unzähligen Verlinkungen in den Social Networks verraten letztendlich auch keine URL, Verknüpfungen auf Webseite zeigen ebenfalls nicht ihr Ziel, und selbst im Browser gab es schon Tests ohne URL-Anzeige.

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