In den letzten Jahren haben Google und viele andere Web-Unternehmen daran gearbeitet, die Flash-Technologie aus dem Internet zu verbannen und endlich auf moderne Web-Technologie umzustellen. Seit gestern wird die stabile Version 55 von Chrome für den Desktop ausgerollt, die nun wieder einen kleinen Schritt weiter geht und erstmals standardmäßig HTML5 vor Flash bevorzugt. Verwendet eine Webseite nur Flash, muss dies vom Nutzer explizit aktiviert werden.

Google selbst hat Flash längst aus allen Angeboten entfernt und hat die eigene Plattform von Adobes ungeliebter Technologie befreit. Mit dem Chrome-Browser sorgt man nun schon seit einiger Zeit dafür, dass auch alle anderen Webseiten langsam aber sicher umstellen. Um dieses Ziel zu erreichen, übt man mit dem Browser sanften Druck aus und hat schon einige kleine Schritte unternommen – und nun folgt der nächste.

Mit der Version 55 von Google Chrome wird Flash ab sofort standardmäßig blockiert und HTML5 zum Standard erklärt – Webseiten die beide Technologien anbieten, können und müssen so zumindest für Googles Browser-Nutzer kein Flash mehr ausliefern. Enthält eine Webseite dennoch noch Flash-Elemente, muss der Nutzer die Technologie beim ersten Aufruf explizit aktivieren. Dadurch übt man auch etwas psychologischen Druck auf Nutzerseite aus, denn nun merken auch „normale Nutzer“ dass die Technologie veraltet ist.

Schon vor einigen Monaten hatte Chrome damit begonnen Flash-Inhalte im Hintergrund zu blockieren und nicht mehr auszuliefern. Damit waren vor allem Tracking-Tools, Werbebanner und andere Dinge betroffen, die laut Googles Aussagen schon ganze 90% aller Flash-Inhalte ausgemacht haben. Wie lange es noch dauern wird, bis die Technologie komplett aus dem Browser entfernt wird, hat Google noch nicht verraten. Es dürfte aber wohl noch einige Jahre dauern, bis Flash tatsächlich so sehr in die Nische gedrängt wurde, dass es nicht mehr unterstützt wird.

Auch Google AdWords wird Anfang 2017 die Auslieferung von Flash-Inhalten stoppen und endgültig nicht mehr unterstützen. Von der damaligen Flash-Schleuder YouTube ist die Technologie ebenfalls längst verschwunden. Lediglich ein populäres Google-Angebot verwendet noch immer Flash: Google Play Music ist bis heute darauf angewiesen um die Musik abzuspielen. Aber auch hier dürfte man wohl mit Hochdruck daran arbeiten.