Ganze vier Monate hat Google die Welt auf den neuen Messenger Allo warten lassen und hat es durch kleine Informationshäppchen immer wieder geschafft, das Interesse hochzuhalten. Nach dem Start in der vergangenen Woche gab es eine große Begeisterungswelle, aber diese scheint schon nach wenigen Tagen wieder abzuflauen und in den Keller zu fallen. Erst einmal kann man aber noch vermelden, dass Allo mittlerweile 5 Millionen Downloads zu verzeichnen hat.

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich das Allo-Team eigentlich nicht beschweren: In den Tagen vor dem Release konnten es viele potenzielle Nutzer schon gar nicht mehr abwarten, den Messenger zu nutzen und auch die frühen Tester haben mit ihrer Begeisterung über den Messenger das Interesse noch weiter gesteigert. Am Morgen des 21. September war es dann (endlich) so weit und Allo wurde veröffentlicht. Der Start war zwar wie immer holprig und benötigte im Play Store bis zu zwei Tage, dadurch dürften jedoch nicht all zu viele potenzielle Nutzer verloren gegangen sein.

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Nach nur zwei Tagen konnte Allo schon mehr als 1 Million Downloads im Play Store verzeichnen und hatte sich auf den 1. Platz der Top Charts gesetzt – noch vor der Facebook-App, Instagram und Snapchat. Diese schnelle Erfolgsspitze ist inzwischen längst schon wieder vorbei und mittlerweile findet sich Allo nur noch auf Platz 8 der Charts wieder. Trotz der mittlerweile schon 5 Millionen Downloads dürfte es nun bis zur nächsten Stufe deutlich länger dauern, da die App gerade in den Charts steil nach unten rutscht.

Für unfreiwillige Publicity für die Allo-App hatte auch der Whistleblower Edward Snowden gesorgt, der in vielen Tweets vor Allo gewarnt und so erst die Aufmerksamkeit auf den neuen Messenger gelenkt hat. Es dürften nur die Wenigsten aufgrund der Warnung von Snowden die Finger vom Messenger gelassen haben, sodass man dies eher als Marketing statt als Katastrophe betrachten könnte. Dass Allo noch nicht ganz perfekt ist, wissen im Übrigen auch die Entwickler, die in einem Interview versprochen haben, dass Allo nahezu wöchentlich Updates bekommen wird und es sich eben erst um eine 1.0-Version handelt.

Gerade die Integration des Google Assistant hätte eigentlich für einen Raketenstart sorgen und die App in den Top5 der Charts halten sollen, aber dieser Plan scheint zumindest derzeit noch nicht ganz aufzugehen. Google setzt große Hoffnungen in dieses neue Tool und hat dafür gesorgt, dass man mit dem Assistant viel Spaß haben und auch den Google Now Stream ersetzen kann. Natürlich kann ein „Messenger“ nicht von einem Assistenten getragen werden, sondern lebt eben von der kritischen Masse der Nutzer und diese muss Google nun dringend gewinnen.

Auch der Video-Messenger Duo konnte in vergleichbarer Zeit 5 Millionen Nutzer gewinnen, und das ohne einen vergleichbaren Boost durch Medienaufmsamkeit oder eines Assistenten. Für diesen hat Google mittlerweile die Werbemaschine angeworfen und vielleicht sollte man Ähnliches auch sehr bald für Allo tun. Über die strikte Trennung der Messenger gab es schon von Anfang an viele Diskussionen und schon jetzt gibt es erste Gerüchte über eine mögliche Zusammenlegung von Allo und Duo.