Mitte vergangener Woche hatte Google als Reaktion auf ein neues Gesetz angekündigt, die Google News in Spanien einzustellen – und diesen Schritt hat man nun auch vollzogen. Seit Dienstag ist das Portal Offline und die spanischen Medien wurden auch aus den internationalen Versionen der News entfernt. Doch zu dem vorhergesagt Super-GAU mit einem riesigen Traffic-Einbruch für die News-Portale ist es bisher noch nicht gekommen. Am ersten Tag haben die Webseiten nur etwa 10 Prozent der Besucher verloren.

Am 1. Januar 2015 tritt in Spanien ein neues Gesetz in Kraft, das Portalbetreiber wie Google dazu zwingen würde, eine Gebühr für den Abruf und die Nutzung der Überschriften & Snippets an die Verlage zu zahlen. Da Google mit den News kein Geld verdient, und ohnehin nicht bereit ist für Content zu zahlen, hatte man kurzerhand verkündet das Portal einzustellen und damit auch International einen kleinen Schock ausgelöst. Die Verlage wollten die Einstellung noch in letzter Sekunde verhindern, aber darauf ließ sich Google nicht ein.

Wie nun aus aktuellen Traffic-Statistiken hervorgeht, hat die Einstellung gar keinen so großen Einfluss auf die Online-Angebote gehabt wie angenommen. Chartbeat hat aus den Daten von etwa 50 spanischen Online-Medien ermittelt, dass diese nur etwa 10 Prozent des Traffics verloren haben – womit diese wohl noch einigermaßen gut Leben können. Die befürchteten Einbrüche von bis zu 50 Prozent – denn für etwa so viel Traffic sind allein die Google News im internationalen Durchschnitt verantwortlich – blieb aus und lässt die Verlage aufatmen.

Der Grund liegt natürlich auf der Hand: Auch wenn die Quelle weg ist, surfen die Internetnutzer ja nicht gleich weniger – stattdessen steuern sie die Webseiten nun direkt an, wovon einige Medien sogar in naher Zukunft profitieren könnten. Die Nutzer holen sich ihre News jetzt eben an anderer Stelle bzw. direkt beim Verlag, und in diesem Punkt haben die Online-Medien so tatsächlich ein kleines Stück Freiheit zurück gewonnen. Die Verlierer sind hier ganz klar die Nutzer, die nun keine so große Vielfalt mehr geboten bekommen, und die kleineren Online-Portale.