Seit wenigen Tagen wird eine neue Version der Google-App für Android ausgerollt, die einen große Sprung bei der Versionsnummer macht und nun schon bei 6.0 angekommen ist. Trotz des großen Sprungs gibt es auf den ersten Blick keine sichtbaren Veränderungen in der App, dafür hat sich unter der Haube einiges getan. Wie AndroidPolice in einem Teardown herausfand, wird die Such-App eine Art Inkognito-Modus erhalten, Workouts verwalten und auch Erinnerungen zurückstellen können.

Oftmals testet Google neue Funktionen erst mit einer handvoll Nutzern oder einer ausgewählten Gruppe, bevor man diese auf den gesamten Nutzerstamm loslässt. Mit der jetzt ausgerollten neuen Major-Version der Google-App verhält es sich ebenso, denn auch diese enthält eine ganze Reihe von Implementierungen neuer Funktionen, die noch nicht aktiviert sind und auf den ersten Blick keine nennenswerte Änderungen mit sich bringen.

Datenverbrauch reduzieren
In den Einstellungen ist ein neuer Eintrag mit der Bezeichnung „Data Saver“ aufgetaucht, der jedoch noch nicht aktiv ist und keine weiteren Details verrät. Wie genau der Datenverbrauch reduziert werden soll, ist also noch völlig unklar. Möglicherweise geschieht dies durch stärker komprimierte Bilder in den Ergebnissen oder nicht ganz so häufige Synchronisierungen von Google Now.

Inkognito-Modus?
Auch die Websuche scheint in Zukunft wie der Chrome-Browser eine Art „Inkognito Modus“ zu erhalten, zumindest weist ein neuer Eintrag in den Einstellungen darauf hin. Dieser spricht von „Signed-out search customization“, also Einstellungen die dann aktiv werden, wenn der Nutzer nicht eingeloggt ist. Da man unter Android normalerweise ständig eingeloggt ist, kann dies eigentlich nur auf einen privaten Modus schließen lassen.

Insbesondere für den Sucherlauf ist so etwas natürlich interessant, insbesondere wenn nach Einträgen gesucht wird, die dort nicht unbedingt auftauchen sollen und sonst erst mühsam aus dem Verlauf gelöscht werden müssten. Vielleicht handelt es sich aber auch um etwas gänzlich Anderes. Dies bleibt bis zur Ankündigung abzuwarten.

Fitnes-Tracker?
Eigentlich ist Google mit Fit im Bereich des Fitness-Trackings gut vertreten und kann mittlerweile sogar vollautomatisch feststellen, wann der Nutzer aktiv geworden ist. Diese Daten könnten schon bald auch in Google Now angezeigt und der Nutzer zu noch mehr körperlicher Betätigung motiviert werden, worauf die drei niedlichen Icons in Form von Früchten schließen lassen.

Die Icons zeigen eine Kokosnuss auf dem Fahrrad, eine Zitrone beim Schwimmen und eine Erdbeere beim Joggen. Wie genau Google diese Informationen verwendet, ist noch völlig unklar. Bisher sind lediglich die Icons selbst in der App aufgetaucht. Kurios ist, dass vor allem das Schwimmen nur sehr schwer getrackt werden kann. Selbst wer ein wasserdichtes Smartphone besitzt, wird dieses wohl kaum tatsächlich mit ins Wasser nehmen. Auch die Fitness-Tracker werden normalerweise abgenommen.

Erinnerungen zurückstellen
Die Google-App kann schon seit geraumer Zeit Erinnerungen speichern und den Nutzer zur passenden Zeit oder am passenden Ort darüber informieren. In Zukunft können diese Erinnerungen, wenn sie doch gerade unpassend sind, auch zurückgestellt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die Funktionsweise dürfte dann der eines Weckers ähneln, den man ebenfalls noch einmal in wenigen Minuten klingeln lassen kann.

Als Möglichkeit steht die Erinnerung in 10 Minuten, in 1 Stunde oder etwas ungenauer „am Nachmittag“, „am Abend“ oder auch „Heute Nacht“ zur Verfügung. Wer es nicht ganz so genau nimmt, kann sich auch nächsten Morgen oder einfach nur „Morgen“ – zu welchem Zeitpunkt auch immer – informieren lassen.

Der Umfang der Google-App dürfte mit diesem großen Major-Update also wieder einmal etwas anwachsen. Insbesondere die Anzeige der Fitness ist interessant, da Google Now auf diese Weise zu einer Plattform für alle Angebote ausgebaut werden könnte. Vielleicht ist dies auch schon ein erster Hinweis auf den kommenden Google Assistant.

Bisher wurde noch keine der neuen Funktionen freigeschaltet, alle könnten jedoch serverseitig aktiviert und ausgerollt werden. Wer darauf vorbereitet sein möchte, kann sich die APK-Datei bereits jetzt bei APK Mirror herunterladen.