Im August 2013 wurde das Leistungsschutzrecht eingeführt, mit dem sich die deutschen Verlage und Publikationen eine neue große und wichtige Einnahmequelle versprochen haben. Doch dabei haben sie die Rechnung ohne Google gemacht. Wie eine Veröffentlichung der VG Media jetzt offengelegt hat, haben die Verlage bisher eher das Gegenteil erreicht. Statt zusätzlichem Umsatz zu erwirtschaften, haben sie einen Millionenverlust eingefahren.

Viele Jahre lang war die Welt in Ordnung: Google griff die News von den Zeitschriften und Online-Publikationen ab, zeigte die Überschrift, einen kurzen Auszug und ein kleines Vorschaubild in den News an und verlinkte auf die ursprüngliche Quelle. Die Verleger bekommen so jährlich hunderte Millionen Klicks und beziehen ihren Traffic zu großen Teilen von Google und dieses Konzept hat bis zur Einführung des Leistungsschutzrechts für beide Seiten sehr gut funktioniert.

Nun wollten die Verleger von Google plötzlich Geld für das Abgreifen und Bereitstellen der Überschriften und vor allem der Textauszüge sehen und das, obwohl diese nur zur Erzeugung von Traffic benötigt wurden. Google hat nach dem Beschluss damit reagiert, dass man einfach erst einmal alle Publikationen auf eine rote Liste gesetzt hat und diese dem Verbleib in den Google News zustimmen mussten, wobei sie gleichzeitig auf das Leistungsschutzrecht verzichten mussten.

Gegen dieses einfache Verfahren klagt die VG Media, die sehr viele Verlage vertritt, mehrmals erfolglos und scheint einen Kampf gegen Windmühlen zu führen. Schließlich kann kein Gesetz Google dazu zwingen, eine bestimmte Publikation aufzunehmen. Und diese Verfahren kosten natürlich Geld. Durch das Leistungsschutzrecht hat die VG Media bisher ganze 714.540 Euro einnehmen können. Das Geld stammt großteils von kleineren News-Aggregatoren und Plattformen. Dem gegenüber stehen aber bisher Prozesskosten von mehr als 3,3 Millionen Euro – man hat also ein fettes Minus erwirtschaftet, an dem sich die Verlage beteiligen müssen.

Offenbar erkennen die Verlage nicht, wie sehr sie von Google abhängig sind, und das obwohl beispielsweise der Axel-Springer-Verlag dies schon schmerzlich feststellen musste. Nachdem sich dieser geweigert hatte, Googles Vorgaben zuzustimmen ist der Traffic um 80% eingebrochen und in der logischen Konsequenz auch die Werbeeinnahmen. Also kam man schon kurz darauf zähneknirschend in die Google News zurück, setzt sich aber weiterhin dafür ein, dass Google für die Auszüge Geld über den Tisch schieben soll.

Da die Verleger bis heute nicht einsehen, dass sie die fütternde Hand abschlagen wollen, dürfte es in Zukunft noch weitere Klagen und Verfahren gebe, sodass das rote Minus eher noch anwachsen dürfte. Selbst wenn ein Urteil gegen Google und für die Verlage gesprochen werden würde, würde Google die News einfach einstellen, sodass wieder kein Geld aus Mountain View an die Verlage fließt. Wir dürfen gespannt sein, ob die Verlage hier irgendwann Einsicht zeigen werden.