In diesem Beitrag werden folgende Fragen beantwortet:

  • Was ist die Privacy Sandbox?
  • Was ist FLoC?
  • Was sagen die Experten dazu?

Anfang des Monats war im Google Blog zu lesen, wie der Weg hin zu einem Internet aussehen soll, das die Privatsphäre der Nutzer unter dem Slogan ‘Privacy First’ respektiert. Dahinter steht augenscheinlich nicht nur der zunehmende behördliche Druck der letzten Jahre hinsichtlich Datenschutz.

Das wird schon bei den aktuellen Jobtiteln klar: David Temkin, Autor des oben erwähnten Beitrags, ist unter anderem Leiter der Abteilung Trust (Vertrauen). Nach dem Fall des Privacy Shield, über den wir im August 2020 in unserem Blog berichteten, hat Google offensichtlich den Umgang mit personenbezogenen Daten überdacht. Und damit es mit der DSGVO keine Probleme gibt, will man künftig das ‘Personenbezogene’ einfach von den ‘Daten’ trennen. Eine einfache aber effektive Rechnung, die Datenschutzrechtler aufatmen lassen sollte.

Doch wie genau will Google das technisch umsetzen? 

Was ist die Privacy Sandbox?

Bereits 2019 wurde das Projekt ‘Privacy Sandbox’ eingeführt. Es verfolgt das Ziel ein lebendiges, aufstrebendes Web-Ökosystem mit Respekt vor allen Nutzern und standardmäßiger Privatsphäre zu schaffen. Als erste Hürde auf diesem Weg wird das Cross-Site-Tracking beschrieben. Aktuell befinden wir uns in dem Umsetzungsschritt, das Cross-Site-Tracking durch die Abschaffung von Drittanbieter-Cookies zu unterbinden. Um andererseits die Browsererfahrung der Nutzer sowie die Effizienz der Online-Werbenden nicht zu beeinträchtigen, muss eine Alternative für die Funktionalität des Cross-Site-Trackings gefunden werden. 

Googles Lösungsvorschlag hierfür lautet FLoC.

Was ist FLoC?

Die Abkürzung steht für Federated Learning of Cohorts (oder auf deutsch: Gruppenwerbung ohne personalisierte Nutzerprofile). Anstatt das Surfverhalten von Individuen zu speichern und auszuwerten, werden mit diesem Verfahren Personen mit ähnlichem Verhalten als Gruppe zusammengefasst und ihre individuellen Daten pseudonymisiert. 

Eine erste Integration von FLoC wird noch diesen Monat im Google Chrome Browser passieren, um erste Daten zu sammeln. In den nächsten Monaten sind dann auch erste Tests mit GoogleAds-Kunden geplant.

Was sagen die Experten dazu?

Aus datenschutzrechtlicher Sicht muss man Google dafür applaudieren, dass augenscheinlich die Bedenken der Verbraucher ernst genommen werden. Der Spagat zwischen relevanten Inhalten und Werbung, die einem vor Augen hält, dass man als gläserner Kunde unterwegs ist, bleibt ein Balanceakt. 

Google macht deutlich, dass andere Produktanbieter mehr Daten sammeln und vor allem auch die Emailadressen potentieller Kunden abgreifen und statistisch auswerten. Doch gerade diesen Aspekt der Trackingmöglichkeiten, der ohne explizite Zustimmung DSGVO-widrig ist, halten wir in unserem Feld für irrelevant. 

Wenn Google mit den weiteren Tests des FLoC Erfolg hat, begrüßen wir diesen Schritt hin zu größerem Respekt vor der Privatsphäre der Verbraucher und sehen dabei keine nachteilige Entwicklung einer relevanten Werbeplatzierung.

UPDATE: Warum der Start der FLoC-Tests in Europa aus Datenschutzgründen erstmal ausgesetzt wird, gibt es diesem neuen Blogbeitrag zu lesen: https://keyword-experte.de/googles-floc-nicht-datensicher/