Google erfasst mit Hilfe der Android-Smartphones die Standorte vieler Nutzer und wertet diese anonymisiert aus. Mit der im vergangenen Jahr eingeführten Popular Times-Funktion nutzt man diese Daten unter anderem auch dazu, die zu erwartenden stark frequentierten Zeiten an bestimmten Orten anzuzeigen. Ein Nutzer hat nun eine leicht veränderte Oberfläche in der Websuche bekommen, in der tatsächlich auch Live-Daten des Andrangs angezeigt werden.

popular-times-live

Anders als einige andere Unternehmen macht Google kein großes Geheimnis daraus, dass man ständig die Standortdaten des Nutzers sammelt und bietet diese in einer umfangreiche Timeline sogar zur eigenen Ansicht und zur Auswertung an. Mit den aktuellen Möglichkeiten können diese Daten noch viel weitreichender genutzt werden, denn durch die anonyme Masse lassen sich sehr gut Bewegungsströme messen und auch vorhersagen. So hat man neben der Popular Times nun auch die Plan your Visit-Funktion eingeführt.
popular-times-live

Bisher basieren die Daten zur Anzeige des erwartenden Andrangs auf Vergangenheitsdaten und Durchschnittswerten, sodass die Maps und auch die Websuche zuverlässig anzeigen können, ob am Mittwoch Nachmittag oder am Sonntag Vormittag mehr Andrang herrscht. Je kürzer der Balken im Diagramm, desto weniger Personen werden sich rein statistisch gesehen m betreffenden befinden, womit natürlich auch Rückschlüsse auf Wartezeiten gezogen werden können. Ausreißer, bei denen die Statistiken nicht viel aussagen, gibt es selbstverständlich immer wieder.

Ein Nutzer hat nun obige Ansicht ausgeliefert bekommen, in der ein roter Balken erscheint, hinter dem sich tatsächlich Live-Daten befinden sollen. Ein zusätzliche Text gibt aus, wie viele Personen sich gerade an diesem Ort befinden und ein grauer Balken zeigt an, wie weit dies vom Durchschnitt abweicht. Natürlich sind hier keine absoluten Zahlen zu sehen, anhand der Vergleichswerte kann man jedoch schon sehr gut abschätzen, ob man sich auf den Weg machen sollte oder nicht. Derzeit scheint es diesen Test nur in der Websuche zu geben.

Besonders nützlich ist eine solche Funktion vor allem dann, wenn es Veranstaltungen an einem Ort gibt, bei denen der Andrang deutlich vom Durchschnitt abweicht. Da nicht wenige Nutzer diese Grafik mittlerweile verwenden, kann das natürlich auch dazu führen, dass bei einem großen Andrang nicht mehr ganz so viele Menschen nachkommen wie es bisher der Fall gewesen wäre. Als weiten negativen Punkt ergibt sich daraus auch ein ziemlich gutes Tool zur Überwachung bestimmter Orte oder der Konkurrenz, und das ohne selbst vor Ort sein zu müssen.

Dass Google die Bewegungsdaten auch für Live-Daten verwendet ist keine Neuigkeit und kommt unter anderem schon seit längerer Zeit auch bei der Anzeige von Stauwarnungen in der Routenplanung zum Einsatz. Bisher bezogen sich diese Daten allerdings ausschließlich auf die Straße und nicht auf die einzelnen Orte, Restaurants, Kinos oder andere Einrichtungen. Ob und wann die Funktion für alle Nutzer ausgerollt wird ist zur Zeit nicht bekannt.