Geht man rein nach dem Image der etablierten Browser, hat sich Google Chrome schon längst an die Spitze gesetzt und ist seit langer Zeit der beliebteste Browser der Welt. Jetzt liefern die Marktforscher von Net Marketshare auch handfeste Daten dazu und zeigen, dass der Chrome-Browser im April 2016 erstmals den Internet Explorer als meistgenutzter Browser abgelöst hat. Doch es gibt noch einige Zweifel an den Daten.

Der Chrome-Browser hat in den Jahren nach seiner Veröffentlichung einen rasanten Aufstieg hingelegt und hat sich Monat für Monat immer weitere Marktanteile vom Internet Explorer und dem Firefox geschnappt. Das liegt einerseits am sehr guten Image des Browsers und der daraus resultierenden Mundpropagande, andererseits aber natürlich auch an den massiven Werbekampagnen in der Websuche, auf YouTube & Co. die Google in den ersten Jahren gefahren ist.

Browser-Marktanteile

Jetzt hat das Marktforschungsunternehmen Net Marketshare erstmals vermeldet, dass der Chrome-Browser den Internet Explorer als meistgenutzten Browser ablösen konnte – und das gleich mit einem richtig großen Satz. Chrome kommt im April 2016 auf 41,66 Prozent und Internet Explorer wird nur noch von 41,35 Prozent genutzt. Firefox setzt seinen Abstieg weiter fort und ist erstmals nur noch einstellig mit 9,76 Prozent in der Statistik zu finden.

Interessant ist dabei vor allem der Vergleich mit dem Vormonat: Im März 2016 kam Chrome nur auf 39,09 Prozent und hat damit einen Riesensatz nach vorne gemacht. Der Internet Explorer kam zu dieser Zeit noch auf 43,4 Prozent, womit auch gleich sichtbar ist, woher sich der Chrome-Browser die Marktanteile genommen hat. Der Firefox war gar noch zweistellig. Weiterhin in der April-Statistik aufzuführen wären Apple Safari mit 4,91 Prozent und Opera mit immerhin noch 1,89 Prozent. Alle anderen Browser sind mit unter 1 Prozent Marktanteil nicht erwähnenswert.

Da Microsofts neuer Browser Edge nicht in der Statistik zu finden ist, wirft diese berechtigte Fragen auf: Ob der Edge zum Internet Explorer oder zu Chrome dazu gezählt wird, wird von Net Marketshare nicht bekanntgegeben. Möglicherweise findet er sich auch im Bereich „nicht erkennbare Browser“. Für IE spricht, dass Microsoft den Edge als offiziellen Nachfolger vorgestellt hat. Allerdings gibt sich Edge als Chrome-Browser aus und könnte damit von NMS auch zu Chrome dazu gezählt werden. Für einen Marktforscher ist der Browser aber natürlich auch problemlos als Edge zu erkennen.

Schon vor gut vier Jahren hatten die Marktforscher von StatCounter Chrome zum meistgenutzten Browser gekürt und weisen diesen seitdem auch als beliebtestes Surftool aus. Das liegt allerdings daran, dass StatCounter aufgrund der eigenen Architektur nur Seitenaufrufe trackt und Net Marketshare die tatsächlichen Nutzer zählt. Das bedeutet also, dass Chrome-Nutzer am aktivsten im Web sind, heißt jedoch nicht unbedingt, dass der Browser die größte Verbreitung hat. Spätestens jetzt ist auch das untermauert.