Wer als Privatanwender seine Daten in die Cloud auslagert, greift dabei in vielen Fällen auf die Angebote von Google zurück und nutzt die zu großen Teilen gratis angebotenen Services zur Speicherung von Mails, Dokumenten, Bildern, Videos und mehr. Bei Businesskunden sieht es derzeit jedoch noch ganz anders aus, denn hier ist Google noch ein vergleichsweise kleines Licht und hat sehr starke Konkurrenz in diesem Bereich. Jetzt wird das gesamte Cloud-Business neu organisiert und soll einen kometenhaften Aufstieg hinlegen, der sich sehr optimistische Ziele gesetzt hat.

Google ist mit seinem Cloud-Business schon seit vielen Jahren auf dem Markt und bietet Unternehmenskunden aller Größen diverse Angebote zur Auslagerung von Daten und der Vermietung sowie dem Verkauf von Rechenkapazitäten. An der Spitze steht die Google Cloud Platform, die lediglich die Infrastruktur und Power des Unternehmens vermietet, gefolgt von Google Apps und Google for Work, mit dem man eine Plattform und ein Backend zur Arbeit in der Cloud anbietet. All dies soll nun zusammengefasst werden.

CEO Sundar Pichai höchstpersönlich hat im Google for Work-Blog angekündigt, dass man die Cloud-Abteilung völlig neu organisiert und alle Angebote nun unter einem Dach zusammenfasst. Sowohl die Cloud-Plattform als auch die Apps und Google for Work werden in die neue Cloud-Abteilung einfließen. Die ganze Abteilung wird unter der Leitung von Diane Green stehen, die unter anderem die Virtualisierungssoftware VMWare mit gegründet hat. Sie sitzt bereits seit einigen Jahren in Googles Aufsichtsrat, kommt nun aber durch die Übernahme ihres Start-Ups bebop auch als offizielles Mitglied in das Unternehmen. Die Übernahme dürfte Google nur aus diesem Grund getätigt haben, um sie wieder in das Unternehmen zu holen.

Im Cloud-Business konkurriert Google mit den beiden Giganten Amazon und Microsoft, die derzeit deutlich höhere Marktanteile haben und mehr Umsatz einfahren. Doch wie Pichai betont, ist Google rein technisch gesehen sehr viel besser aufgestellt, hat eine deutlich stärkere Infrastruktur als MS und Amazon und nun möchte man diese Power auch nutzen. Das Cloud-Business wird seit vielen Jahren als das nächste große Boom-Geschäft vorhergesagt und diese Vorhersagen dürften sich nun auch bewahrheiten. Amazon hat stark ausgebaut, Microsoft hat einen Cloud-Experten als CEO ernannt und Google baut nun ebenfalls um.

Bisher macht Google vergleichsweise wenig Umsatz im Cloud-Business und listet dieses nicht einmal separat auf, sondern packt es in die Kategorie „sonstige Einnahmen“, die insgesamt lediglich 11% des Umsatzes ausmacht. Laut Schätzungen sollen in diesem Business derzeit nur etwa 400-500 Millionen Dollar umgesetzt werden, doch Google hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, dass man schon in 5 Jahren mehr Umsatz mit der Cloud als mit dem Werbegeschäft macht.