Die Startseite des Chrome-Browsers für Android besteht grob aus drei großen Bereichen: Als erstes wird das Google-Logo bzw. das jeweils aktuelle Doodle angezeigt, darunter befindet sich die Suchleiste, die gleichzeitig auch als Adressleiste fungiert und unterhalb findet man 8 Links zu den meistbesuchten Webseiten des Nutzers, mit denen diese schnell wieder aufgerufen werden können. Jetzt gibt es ein neues experimentelles Feature, das diese Liste mit 8 allgemeinen populären Links auffüllt.

Der eigentliche Sinn hinter den Links auf der Startseite liegt darin, die vom Nutzer am meisten besuchten Webseiten direkt dort aufzulisten und ihm so den Umweg über die Bookmarks oder die Adressleiste zu ersparen. Doch leider ist diese Funktion schon seit längerer Zeit nicht mehr ganz so zuverlässig und lässt plötzlich Links verschwinden, eine einmalig besuchte Webseite auftauchen und die Reihenfolge fast schon beliebig ändern.

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Die neue experimentelle Funktion richtet sich nun kurioserweise nur an die Nutzer, die den Chrome-Browser praktisch noch gar nicht benutzt haben. Wenn die Liste leer ist, lässt sich diese mit populären Links automatisch auffüllen. Diese Liste ist allerdings tatsächlich nur zum Auffüllen gedacht und die darin enthaltenen Einträge werden von den Standard-Links automatisch überschrieben. Sobald der Nutzer also selbst mindestens 8 Seiten besucht hat, sollten sämtliche Einträge aus der Liste wieder verschwunden sein.

Folgende Seiten sind verlinkt:
1. Google.in
2. YouTube
3. Facebook
4. Amazon.in
5. Yahoo
6. Wikipedia
7. Twitter
8. Indiatimes.com

Interessanterweise handelt es sich bei diesen Links wohl um populäre Webseiten in Indien. Drei Webseiten verlinken direkt auf indische Angebote: Nämlich die indische Version der Websuche, die indische Version von amazon und die populäre Zeitung Indiatimes. Natürlich dürften diese Links später lokal ausgetauscht werden, dennoch wäre die .com-Version jeweils wohl sinnvoller gewesen. Warum man dafür einen eigenen Flag benötigt und dieses „Feature“ erst aktivieren muss, ist ebenfalls kaum nachvollziehbar.

Die Liste ist derzeit nur in der Android-Version des Chrome Browsers enthalten und muss in den Flags erst aktiviert werden. Dazu müssen Nutzer einfach nur die chrome://flags aufgerufen und dann der Eintrag „Show popular sites on the New Tab Page“ aktivieren. Nach einem Neustart des Browsers ist die Liste dann aufgefüllt, sofern sie vorher leer gewesen ist. Da die Desktop-Version die gleiche Startseite nutzt, wäre eine solche Integration an dieser Stelle ebenso denkbar, ist aber derzeit nicht vorhanden.

Überraschend ist es auch, dass Google hier nicht nur Links zu eigenen Diensten eingefügt, sondern tatsächlich eine neutrale Liste aufgestellt hat. Lediglich die Websuche und YouTube stammen aus dem eigenen Hause, aber dass mit Yahoo! sogar der direkte Konkurrent verlinkt ist, überrascht dann doch etwas.