Der einstige Smartphone-Pionier BlackBerry musste in den vergangenen Jahren hilflos dabei zusehen, wie der eigene Marktanteil von einer Fast-Dominanz in die Nische absank, und das in einem Rekordtempo. Immer wieder hatte das Unternehmen Hoffnungsträger im Sortiment, die jedoch allesamt vom Markt ignoriert wurden und die brenzlige Lage nur noch verstärkten. Mit dem BlackBerry Priv hat man nun erstmals auf Android gesetzt und hat damit endlich den Nerv der Zeit getroffen. Jetzt hat der CEO in einem Interview angekündigt, dass bald weitere Geräte mit Googles Betriebssystem folgen werden.

Mitte des Jahres gab es erste Gerüchte zu einem Android-Smartphone von BlackBerry, was bis dahin als ausgeschlossen galt. In den nächsten Monaten wurden die Gerüchte immer konkreter und es gab erste Leaks, die im Oktober schließlich zum fertigen Produkt BlackBerry Priv führten. Das Smartphone konnte sowohl mit dem nur leicht angepassten Betriebssystem punkten als auch mit der ausfahrbaren Hardware-Tastatur, die offensichtlich viele Nutzer bis heute bei ihren Smartphones vermissen. Auf dieses Erfolgsrezept möchte man auch in Zukunft setzen.

Der BlackBerry CEO zeigte sich mit den Verkaufszahlen des Smartphones sehr zufrieden, denn das Unternehmen konnte allein in den ersten zwei Monaten ganze 700.000 Priv absetzen. Das Priv orientiert sich allerdings an der Oberklasse und ist mit einem Preis von über 750 Euro nicht wirklich günstig. Da der Markt mit dem Gerät sondiert wurde, soll nun schon in wenigen Monaten ein zweites Smartphone folgen, das sich eher an in der Mittelklasse einzustufen und deutlich günstiger sein soll. Zwar wurden bisher noch keine Details bekannt, die Entwicklung wurde jedoch bestätigt und gleich einmal das erste Quartal als Termin genannt.

Das neue Smartphone wird unter dem Codenamen „Vienna“ entwickelt und soll wieder auf die gleiche Erfolgsformel setzen: Gleiches Gerätedesign, ausfahrbare Tastatur und natürlich Android als Betriebssystem. Außerdem soll auch in dem neuen Gerät ein High-End-Prozessor zum Einsatz kommen und möglichst viel Speicherplatz verbaut werden. Das neue Modell soll nun vor allem den Durchschnittskunden ansprechen, der eben nicht dazu bereit ist, mehr als 700 Euro für ein Smartphone auszugeben. Ein Preisrahmen wurde nicht genannt, dürfte sich aber wohl zwischen 300 und 400 Euro bewegen.

Interessanterweise ist von dem eigenen Betriebssystem überhaupt keine Rede mehr, ganz aufgeben wird man dies jedoch wohl auch in naher Zukunft noch nicht, sondern bestenfalls langsam ersetzen. Seit diesem Jahr arbeiten Google und BlackBerry zusammen, um das Betriebssystem an die sichere Umgebung des Unternehmens anzupassen. Mit dem Priv, das unter dem Codenamen „Venice“ entwickelt wurde, hat sich BlackBerry laut des CEO wieder etwas Luft zum Atmen verschafft; die Bilanz dieses Geräts scheint also positiv zu sein.

Man darf gespannt sein, wie die anderen Smartphonehersteller auf diesen kleinen Zwischenerfolg von BlackBerry reagieren und ob sie in Zukunft ebenfalls wieder Geräte mit einer Hardware-Tastatur herausbringen. Der Markt dafür ist auf jeden Fall immens groß, denn jeder fünfte Nutzer wünscht sich eine Hardware-Tastatur bzw. könnte sich eine solche vorstellen. Wenn diese dezent hinter dem Bildschirm versteckt und ausklappbar ist, spricht auch nichts dagegen.