Online Marketing

Aus Kundensicht kann übermäßige Werbung im Internet aufdringlich und nervig sein. Doch gleichzeitig ist sie auch sehr wichtig und sichert wertvolle Inhalte.

Als Agentur für Online Ads ist der Begriff ‘AdBlocker’ für uns natürlich gleichzusetzen mit Kryptonit. Aber wir verstehen den Wunsch, beim Surfen im Internet nicht mit Werbung überladen zu werden.

Eine Studie vom August diesen Jahres, in Auftrag gegeben durch das Unternehmen The Trade Desk, fand heraus, dass Verbraucher schockierend wenig über die Abhängigkeit von kostenlosen Inhalten und geschalteter Werbung auf der Seite wissen. Außerhalb der sogenannten ‘Walled Gardens’ seien Online Ads und das zugehörige Nutzen von Verbraucherdaten essentiell für das Überleben der Seiten.

Was sind Walled Gardens?

Walled Gardens Mauer

Der Begriff ‘Walled Gardens’ beschreibt geschlossene Plattformen, die ihre umfangreichen (und daher sehr wertvollen) Daten nicht plattformübergreifend für Vermarkter zugänglich machen. Typische Beispiele sind Facebook und Google. Zielgruppenbezogene Kampagnen lassen sich so schwieriger prognostizieren und optimieren, wenn mehrere ‘Walled Gardens’ im Spiel sind. 

Die aktuellen Datenschutzentwicklungen ziehen natürlich erst recht die Handbremse an, sodass Daten nicht zielführend genutzt werden können. Einerseits fühlen sich Verbraucher eventuelle ausspioniert oder gar manipuliert, wenn ihnen anhand zuvor gespeicherter Interessen Werbung ausgespielt wird. Man sieht dann plötzlich auf allen möglichen Seiten Anzeigen für ein Produkt, das einen geradezu verfolgt.

Aber das hat nichts mit Manipulation zu tun – wenn man sich schon auf Seiten begibt, die Anzeigen ausspielen, ist es doch eher wünschenswert, wenn einem relevante Inhalte präsentiert werden statt völlig uninteressanter Angebote. Am Ende ist das eine Win-Win-Situation für Anbieter und Verbraucher, denn es wird potentiell das zusammengeführt, was perfekt zueinander passt: Angebot und Nachfrage.

Was bedeutet es für eine Seite mit kostenlosem Inhalt, wenn die Werbung nicht wäre?

Wer von zu vieler oder zu aufdringlicher Online-Werbung genervt ist, installiert sich schnell einen Ad-Blocker. Nehmen wir an, das würden alle so machen. Dann könnte sich die Seite, die kostenfreie Inhalte zur Verfügung stellt und sich rein über die Werbung finanziert, nicht mehr tragen und würde früher oder später das Feld räumen müssen. Immerhin sind z.B. freie Nachrichtenseiten keine Wohltätigkeitsorganisation.

Verbraucher nehmen es der Umfrage zufolge als störend wahr, wenn sie beim Lesen von unabhängigen Nachrichten Werbung eingeblendet sehen. Ihnen sind diese Informationsdienste zwar wichtig, sie sind aber nicht bereit für eine Abonnement zu bezahlen. Da liegt das Dilemma eigentlich auf der Hand. Trotzdem verbreitet sich die ‘Darf-nix-kosten’-Mentalität schneller als Corona.

Fazit: Werbung im Internet ist wichtig und wertvoll. Verbraucher müssen dafür sensibilisiert werden.

Einen ersten Schritt haben wir mit diesem Blogbeitrag hoffentlich schon getan. Die Meinung eines geschätzten Teamkollegen zum Thema wollen wir hier aber auch nicht unterschlagen:

“Die sollten mal eine Studie machen, weshalb die Nutzer zu AdBlockern greifen. Dann werden sie schnell herausfinden, dass nicht die Werbung an sich das Problem ist, sondern die zunehmend extrem penetrante Form, mit der die Publisher die Nutzer mit Werbung bestrahlen wollen. Da sollten sich einige freuen, dass es AdBlocker gibt, weil deren Seiten ohne überhaupt nicht mehr nutzbar sind.

Ab und zu auf den Fischmarkt ist ja sicher ein tolles Erlebnis. Aber niemand will den Aale Dieter rund um die Uhr neben sich sitzen haben.